Das Ende der Welt

Dezember 12th, 2006

Eine unbequeme Wahrheit

Nur wenige Sekunden nachdem sie den Kinosaal verlassen hat, ging der Film los. Unser kleines Independ-Kino, der Kinoklub Erfurt, zeigte Al Gores Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit” (“An Inconvenient Truth“).

Im Film geht es um Al Gores Präsentationen über die Globale Erwärmung. Seit er den Präsidentschaftswahlkampf gegen den guten George gewonnen hat und doch nicht Präsident wurde, reißt er durch die USA und den Rest der Welt und hält Vorträge über die Klimakrise. Der Film ist eine Collage aus den Vorträgen und tiefergreifenden Berichten die immer wieder eingeschoben werden. Nicht zuletzt sind auch immer wieder autobiografische Dinge über Herrn Gore zu sehen. Der Al ist eben auch nur Amerikaner …

Zum Thema der Globalen Erwärmung und der Klimakrise werden eine Menge Fakten, Zahlen und Diagramme gezeigt. Erschütternde Fotos von zurückweichenden Gletschern und Filme von Hurrikans zeigen die jetzt schon spürbaren Auswirkungen. Auch wenn man vorher nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt gelaufen ist, sitzt man beinahe beklemmt in seinem Kinosessel. Auch wenn nur die Hälfte all der vorgebrachten Fakten zutreffen würden, sind wir wohl kaum noch zu retten. Wenn dann mögliche Szenarien für die nächsten zehn, zwanzig oder gar fünfzig Jahre gezeigt werden, wird jedem klar, dass es so nicht weitergehen kann.

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Bäckerladenadventures

November 27th, 2006

Am Sonntagnachmittag wollte ich nur nochmal schnell zum Bäcker, um zwei Stückchen Kuchen zu holen. Nur mal schnell hinspringen, ein paar Backwaren auswählen und zurück. Kann ja nicht so lang dauern.

Naja, dachte ich. Schon als der Bäckerladen in Sicht kam, wurde ich das erste Mal geschockt. Eine Schlange, die solang war, dass man kaum Anfang und Ende sehen konnte. Was machen die Leute denn alle hier? Ham die kein Zuhause?

Beim Näherkommen entwirrten sich die Menschenmassen dann langsam vor meinem Auge und ich erkannte zwei Schlangen. Ich stellte mich natürlich an der deutlich kürzeren an. Man sollte aber als philosophisch halbwegs Interessierter wissen: der scheinbar einfachere Weg ist nur selten der bessere. Und in diesem Fall war meine Schlange nicht die bessere, also vor allem nicht die schnellere. Nicht mal ansatzweise.

Ich steh also so meine Beine in den Bauch. Vor der Theke wütet der Mob. Sprechchöre formen sich: “Brennt die Bude ab!” Da fällt mein Blick auf die Arbeitskräfte, die für meine Schlange verantwortlich sind. Eine ist offenbar die Chefin, die andere scheint die Azubine zu sein. Die Azubine ignoriert gekonnt den skandierenden Pöbel und denkt nicht annähernd daran, mit zu bedienen. Sie stapelt lieber in aller Ruhe Kuchenstückchen von einem Blech aufs andere. Schon sehe ich die ersten Gegenstände aus der Menge über die Theke fliegen.

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Einparken und Telefonieren

August 13th, 2006

Frau am Steuer
copyright Photo by Andrew Ferguson

Frauen behaupten ja gerne, dass sie genauso gut Auto fahren können, wie wir Männer. Die Hälfte der Weltbevölkerung weiß, dass nicht so richtig viel dran sein kann. Die andere Hälfte schreit dann gerne empört auf, dass viele Frauen sehr wohl vernünftig Auto fahren können und nur einige wenige schlechte Beispiele im deutschen Straßenverkehr unterwegs sind und ihren Ruf versauen.

Wie auch immer. Entweder war es eines dieser schlechten Beispiele oder doch eine representative Situation für “Frau am Steuer”:

Es geschah auf einem ziemlich engen Parkplatz. Man musste schon ein bisschen rangieren und ordentlich aufpassen, dass man nirgends aneckt. Ich schlängel mich also durch die Gassen des engen Parkplatzes und plötzlich steht ein Combi quer im Weg und versucht rückwärts in eine Parklück zu rangieren. Vor, zurück, vor, korrigieren, nochmal zurück. So richtig wollte es nicht vorwärts gehen.

Beim genaueren Hinsehen erkenne ich auf einmal, dass die Fahrerin nebenbei noch telefonierte. Und nicht etwa mit ner Freisprechanlage. Nein, mit einer Hand am linken Ohr. Ich glaubte ich seh nicht richtig.

Nun ist ja bekannt, dass Frauen glauben, mehrere verschiedene Dinge gleichzeitig tun zu können. Aber einhändig (wohl gemerkt mit der rechten Hand!) rückwärts Einparken und gleichzeitig Telefonieren? Ja, Frauen können sowas. Nicht schnell, nicht gut, aber sie können es. Nach einigen weiteren Rangierfahrten war sie in ihrer Parklücke und das Telefongespräch konnte beendet werden.

Von Perlen und Rubinen

August 11th, 2006

Ruby

Dass Perl so ziemlich die beste Programmiersprache der Welt ist, steht wohl außer Frage und sollte jedem bekannt sein.

Nirgends kann man schöneren, kürzeren, kryptischeren und vor allem cooleren Code komponieren, als mit der Mutter aller Programmiersprachen. Gern werden die Perl-Programmierer von Java-Enthusiasten und DotNet-Verehrern belächelt, doch jeder weiß, das Alles ist nur Neid und vor allem der Wunsch selber diese elegante Sprache zu können. Meine Freunde aus der zweitbesten Firma der Welt werden mir hier sicherlich hundertprozentig zustimmen.

Und der schöne Auspruch “Code is Poetry!” trifft wohl nur auf Perl so richtig zu.

Doch es tut sich was auf dem Olymp der coolsten Programmiersprache. Perl bekommt Konkurrenz und zwar ordentlich! Nachdem man bei Perl schon seit Jahren auf die heißersehnte Version 6 wartet, scheint in einer anderen Sprache die Idee von Perl weiterzuleben: Ruby.

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Tour passé

Juli 23rd, 2006

Floyd Landis

Die Tour ist vorbei. War ja irgendwie seltsam. Anders. Aber auch spannend.

Nachdem Ulle und alle anderen Tourfavoriten einhellig der saublöden Meinung waren “Nö, ich will diesmal nicht mitfahren, ich muss zu meinem Arzt nach Spanien!” hätte man fast glauben können, dass die diesjährige Tour langweilig wird und keiner zukucken mag. War’s aber nicht. Spannend wie seit 7 Jahren nicht mehr.

Die Bilanz aus deutscher Sicht kann sich sehen lassen:

Der Jens hat mal wieder eine Etappe gewonnen. Und was für eine: 230km im Alleingang unterwegs, bei schätzungsweise 60° im Schatten.

T-Mobile holte 3 Etappensiege, darunter einen Doppelsieg beim abschließenden Zeitfahren, und wird in Paris als bestes Team ausgezeichnet. Alles gut bei T-Mobile. Wer hätte das gedacht, dass es auch ohne den (immer noch saublöden) Ulle geht.

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Speichermedien anno 1980

Mai 14th, 2006

Kaputte Diskette
Drecksdinger

Nachdem dieses ominöse Back Plate innerhalb von 36 Stunden bei mir war, ging’s natürlich gleich ans Zusammenschrauben. Das hat auch alles wunderbar geklappt. Kleines Fazit am Rande: Lian Li baut richtig gute Gehäuse. Die sind zwar teuer, aber auch absolut hochwertig. Eine Top-Ausstattung, die Ihresgleichen sucht. Ich werde wohl auch beim nächsten Mal ein Lian-Li-Gehäuse kaufen.

Also zusammengeschraubt war alles. Nun ging es ans Installieren. Aber oh Grauss! Windows braucht immer noch Disketten! Ich hab ein kleines SATA-RAID in meinem Rechner und Windows erkennt das natürlich nicht. Aber anstatt die Treiber auch von CD zu lesen, verlangt das immer noch modernste Microsoft-Betriebssystem zwingend das Einlegen von Disketten. ARGHHHH!

Wieso machen die das? Um mich zu ärgern? Sind CD-Laufwerke böse? Ich habe kein Uralt-Diskettenlaufwerk in meinem neuen Rechner und ich habe schon gar keine prähistorische Disketten zu Hand.

Nach einem Marathon der grundlegend aus Folgendem bestand: Ausschlachten von alten Rechnern, zweiundvierzigmaligem Hoch- und Runterfahren von verschiedenen Rechnern, Treiber-Kopieren auf irgendwo-ganz-hinten-gefundene Disketten, Wegwerfen dieser Disketten, weil sie nur eine Datenhaltbarkeit von irgendwas bei fünf Minuten hatten, Besuch beim Schwager, Kopieren der gleichen Treiber auf drei verschiedene Disketten, um der Wahrscheinlichkeit ein Schnippschen zu schlagen und um dem Redmonder Wunderwerk dann endlich die Treiber unterzujubeln.

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Musik aus’m Netz

März 15th, 2006

Musicload

Woran erkennt man, dass wir in einer neuen Zeit leben? Ganz einfach: Mein Oma, rüstige 80 Jahre alt, fragt mich, ob ich ihr nicht eine CD aus dem Internet downloaden kann :-)

Ich hatte ja schon mal versucht, damals bei iTunes, Musik (legal) aus dem Internet zu ziehen. Das ging zwar gar nicht so schlecht. Sehr komfortabel und ausreichend schnell. Nur die Weiterverwendbarkeit der runtergeladenen Musikstücke lies arg zu wünschen übrig.

Nun brauchte meine Oma unbedingt eine CD von irgendeinem Operntypen, von dem ich noch nie was gehört habe. Erstens wird der bei iTunes kaum zu finden sein und zweitens kann man ja mal was anderes probieren: Musicload.de.

Erstaunlicherweise wurde die CD auch sofort gefunden und der Preis war auch in Ordnung (12,99€). Also angeklickt und die Kreditkartennummer eingetippt. Doch dann kam der Schrecken: Erstens wurde ich ganz frech darauf verwiesen, doch bitte einen ganz bösen Browser zu benutzen und zweitens bekam ich eine Seite angezeigt, wo 14 Download-Links zusehen waren. Für jeden Titel des Albums einer. Ich muss also 14 mal auf den Button klicken (dann kamen jeweils noch ein Fenster mit nem extra Button und ein Speicherndialog hinzu) um das Album auf die Platte zukriegen? Oh Mann! Das kann doch nicht euer Ernst sein?

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Ey, suchst du Bilder?

März 13th, 2006

IStockPhoto

Wenn man etwas illustrieren will, sucht man nach Bildern. Ganz früher hat man benutzt was man in die Finger bekam, später suchte man mit Googles Bildersuche, und seit einiger Zeit mit Flickr.

Was man fand war größtenteils echter Mist. Bei Flickr gabs ein paar Tricks, um neben den Tonnen von Point-And-Shoot-Bilder und den unzähligen Handy-Knipsereien ein paar Perlen rauszupicken. Wenn die dann noch CC-lizensiert waren, war das wirklich Glück. Meist wurden die Bilder auf halblegalem Weg und mit Vertrauen auf die Kulanz der Fotografen benutzt.

Was für Blogs funktioniert, ist allerdings für’s Web-Design tabu. Hier braucht man einerseits hochklassige Fotos, die andererseits tatsächlich frei benutzbar sind oder an denen man die Rechte zur Nutzung erwirbt. Der Haken war bisher nur, dass solche Nutzungsrechte recht teuer waren und leicht die Projektkosten übersteigen konnten.

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Was soll’n das jetz?

März 11th, 2006

Schneefall
copyright Photo by larryosan

Ich dachte eigentlich es ist langsam Schluß mit dem weissen Zeug. Gestern war’s beinahe frühlingshaft, mit warmen Sonnenschein und sogar ein wenig Vogelgezwitscher.

Und eben wache ich auf und sehe nur noch Weiss. Der Winter bleibt wohl doch noch ne Weile, wie es scheint.

Viel zu tun, wenig Zeit

Februar 27th, 2006

Papierstapel
copyright Photo by dailydog


Ich bin in letzter Zeit nicht allzu oft zum Bloggen gekommen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich jetzt als Selbständiger zwar mehr Zeit vorm Computer sitze als früher, aber viel weniger Zeit habe, mich um solche Dinge wie mein Weblog zu kümmern. Aber ich versuch natürlich immer mal wieder ein paar Minuten zu finden, um ein, zwei Sätze zu posten.

Der letzte Monat brachte viel Neues. Einen Monat als werdender Vater und einen Monat als eigener Brötchengeber. Beides hat schöne Seiten, beides ist aber auch nicht nur Zuckerschlecken.

Bei der Schwangerschaftssache kommt erstmal viel Freude auf. Jedes neue Ultraschallbild, das den Nachwuchs immer deutlicher zeigt, wird genauestens betrachtet. Man freut sich miteinander über das, was da kommt und plant gemeinsam allerlei Dinge für die Zukunft. Aber man macht sich auch unglaublich viel Sorgen um die kleinsten Dinge. So bald die Gute mal ein Zwicken hat, fragt man sich gleich, was das zu bedeuten hat und ob das gut oder schlecht ist. Und selbst ich habe reichlich Bammel vor jedem ihrer Frauenarzttermine, ob denn was festgestellt wird oder ob wirklich alles in Ordnung ist.

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