Lesung mal anders
Vorne sitzt einer und liest die besten und lustigsten Stellen aus seinem gerade frisch erschienenen Buch. So sieht eine Buchlesung normalerweise aus. Das kann sehr lustig sein. Das haben mir schon so einige bewiesen.
Aber gestern war alles anders. Wir waren bei “Chaussee der Enthusiasten” aus Berlin (aus Berlin). Und eigentlich sollte das Ganze eine Buchlesung sein. War es aber nur ansatzweise. Irgendwie erinnerte das alles mehr an Kabarett oder ein ungezwungen improvisierter Comedyabend, bei dem selbstgeschriebene humoristische Texte vorgelesen wurden.
Und genau da schließt sich der Kreis: Eben diese Texte der vortragenden Enthusiasten wurden nun in Buchform veröffentlicht.
Die Texte waren meist recht kurze, fast blogartige, Anekdoten aus dem Leben des jeweils Vortragenden. Zugespitzt und übertrieben natürlich, um Schmunzler bei den Leseneden und Lacher bei den Hörenden zu provozieren. In den Texten wurden ging es um Vögel ohne Flügel, nachlässige Erzieher in Ferienlagern, die Mühen eines Rauchers beim Treppensteigen und Betrachtungen von Jugendlichen beim Halten eines Referates (Hörproben zu letzterem gibt es hier(männlich) und hier(weiblich)).
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Die Sache mit Venus und Mars
Nach diesem Buch habe ich ein anderes Sammelwerk alter jetzt-Kolumnen gelesen. “Nur für Jungs – Nur für Mädchen” war eine zeitlang eine Doppelseite in der SZ, in der auf zwei Seiten ein Thema aus zwei Blickwinkeln beleuchtet wurde. In kurzen blogähnlichen Texten schrieben jeweils ein Junge und ein Mädchen ihre Meinung zum vorgegebenen Thema.
Anfänglich war diese Doppelseite wohl so gedacht, dass die Jungs ihre Seite und die Mädchen die andere lesen, aber gerade diese andere Sichtweise übt natürlich eine Faszination und Anziehungskraft aus. Es macht unheimlich Spass die Texte zu vergleichen und über die unterschiedlichen Meinungen zu schmunzeln.
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Antikes Bloggen
Früher, also damals, als die Leute nicht ständig vorm Rechner gehockt haben, gab es auch schon einige unter diesen besagten Leuten, die ihre Gedanken irgendwie aufschreiben oder kundtun wollten. Dummerweise waren damals Weblogs noch nicht erfunden, und so mussten sich die Leute mit Stift und Papier begnügen und ein Tagebuch schreiben (für die Nerds: ein Tagebuch ist sowas wie ein Weblog ohne Web.)
Damals, also früher, wir reden über das Jahr 1999, hat “Jetzt!“, das junge Magazin der Süddeutschen Zeitung, 18 Autoren gebeten, eine Woche lang Tagebuch (zur Wiederholung: Weblog ohne Web) zu führen. Unter den Tagebuchschreibern sind: Benjamin v. Stuckrad-Barre, Smudo einer der Fantastischen Vier, Max Goldt, Christian Ulmen und auch der Erfurter Bundestagsabgeordnete Carsten Schneider. Diese Tagebücher sind als Sammlung unter dem Titel “Losleben – Die Jetzt! Tagebücher” herausgegeben worden.
Filed under Baby, ich kann lesen!, Blog the World | Comments (6)Odysee eines Anhalters
Soeben ist etwas ganz wunderbares und unerwartetes passiert. Etwas an das ich beinahe gar nicht mehr geglaubt hätte.
Vor Jahren habe ich mal meine völlig zerlesene Ausgabe von Per Anhalter durch die Galaxis an M. verborgt. Klar, kein Problem, ist ein tolles Buch, musste unbedingt mal lesen. Er war irgendwann fertig mit lesen, fand es ebenso unterhaltsam wie ich und fragte ob er es nicht einem Kollegen weiterverborgen kann, weil der gefragt hätte und schon so viel davon gehört hatte. Klar, kein Problem, ist ein tolles Buch, musste unbedingt mal lesen.
Ich glaub, es ging dann noch ein paar Stationen so weiter und viele Monde gingen ins Land. Zu guter Letzt hatte S. dann meinen Anhalter. Das muss aber auch schon ein, zwei Jahre her sein.
Diese Ausgabe ist mittlerweile den Weg alles Irdischen gegangen und wird sicher im Bücherhimmel umher tollen. Da S. aber ne ganz Liebe ist, hat sie mir ne nagelneue Ausgabe gekauft und soeben vorbei gebracht. Da isser also wieder, in meinen behütenden Armen. Danke!
Da der erst kürzlich gesehene Film mir wieder richtig viel Lust auf Mister Adams gemacht hat, werde ich wohl als bald beginnen, das neue, alte Schmuckstückchen zum x-ten mal zu lesen.
Filed under Baby, ich kann lesen! | Kommentare sind deaktiviertIm Buch blättern

Montage sind auch nicht viel besser als Sontage, so versuche ich mich durch Blog-Lesen vor der angehäuften Arbeit zu drücken.
Blog-Lesen heisst natürlich auch im Yet-Another-Blog vorbei- und sogar reinzuschauen. Rene hat eine kleine Bloggerspielerei aufgegriffen und ich mach natürlich auch mit.
- Schnapp Dir das nächst greifbare Buch.
- Blättere zu Seite 23.
- Finde den 5. Satz.
- Poste den 5. Satz und setze diese Anleitung davor.
Habe ich mir in der Pubertät ausgedacht und rührt daher, dass meine Mutter Wert auf guten Kontakt zur Nachbarschaft legt, Nachbarn aber gerne Tratschen.
Christian Ulmen in Losleben – Das Jetzt!-Tagebuch
So, die angehäufte Arbeit ist in den letzten zehn Minuten nicht weniger gehäuft geworden … komisch
Filed under Baby, ich kann lesen! | Comment (1)Pilot trifft Politkerin
Nachdem die Frau des Hauses zu Weihnachten ein Buch namens “Rette mich ein Bisschen” geschenkt bekam und wir beide es gelesen und für gut befunden haben, wurde sie zu ihrem Geburtstag mit dem zweiten Buch des Herrn Jörg Thadeusz beglückt: “Alles schön“. Frech wie ich nun mal bin, habe ich, unglaublich ausgeklügelte Vorwände vorbringend, mir das Buch zuerst geschnappt. Filed under Baby, ich kann lesen! | Kommentare sind deaktiviert
Stöckchen schmeißen

Die Blogger schmeißen sich grad Stöckchen zum Thema Bücher zu (hier, hier, hier und wahrscheinlich noch tausende Stationen vorher—wer den Anfang findet, kriegt einen Preis :-)), und da will ich natürlich auch dazugehören … deshalb dieser Post.
Meine Antworten auf, die doch recht interessanten, Fragen:
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Verliebter Rettungssanitäter
In den letzten Wochen habe ich auf meinen täglichen Zugfahrten ein Buch von Jörg Thadeusz gelesen: Rette mich ein bisschen – Ein Sanitäterroman. Den Autor kennen vielleicht einige als recht witzigen Aussenreporter der erfolgreichen WDR-Sendung “Zimmer frei“. Dies hier ist sein erster Roman und ich muss sagen: kein schlechtes Erstlingstwerk. Ich hatte wirklich sehr viel Spass beim lesen und bin schon lange nicht mehr so schnell durch ein Buch gekommen (ist ja auch nicht so dick :-)). Filed under Baby, ich kann lesen! | Comment (1)
Vom Ende der Jugend
Ich hab in der letzen Zeit ein älteres Buch von Tobias Hülswitt gelesen. In Saga erzählt er in neunzehn kurzen Episoden und Momentaufnahmen sehr schön aus seinem Leben, dass aber nicht im üblichen autobiografischen Stil, sondern in einer sehr viel natürlicheren und eingänglicheren Art und Weise.
Für Endzwanziger, wie mich, genau die richtige Lektüre, um die vergangenen fünfzehn Jahre noch einmal Revue passieren zu lassen und sich mit dem Gedanken auseinandersetzen zu können, dass die Jugend nun ein für alle Male vorbei ist.
Aus dem Klappentext:
“Das ist so ein haspelnder, liebenswerter, verdamt kluger Ich-Erzähler in Saga, dass es schade wäre, ihn nicht kennenzulernen. Seine Sicht auf die Dinge begleitet einen noch, wenn man das Buch längst wieder zugeklappt hat” —Anke Stelling
“Einige Sätze aus Tobias Hülswitts Saga sind so schön, dass ich meine Patentante bitten werde, sie auf ein Stück Stoff zu sticken, damit ich sie mir gerahmt über das Bett hängen kann.” —Kristof Magnusson
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