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Das Ende der Welt
Nur wenige Sekunden nachdem sie den Kinosaal verlassen hat, ging der Film los. Unser kleines Independ-Kino, der Kinoklub Erfurt, zeigte Al Gores Dokumentarfilm “Eine unbequeme Wahrheit” (“An Inconvenient Truth“).
Im Film geht es um Al Gores Präsentationen über die Globale Erwärmung. Seit er den Präsidentschaftswahlkampf gegen den guten George gewonnen hat und doch nicht Präsident wurde, reißt er durch die USA und den Rest der Welt und hält Vorträge über die Klimakrise. Der Film ist eine Collage aus den Vorträgen und tiefergreifenden Berichten die immer wieder eingeschoben werden. Nicht zuletzt sind auch immer wieder autobiografische Dinge über Herrn Gore zu sehen. Der Al ist eben auch nur Amerikaner …
Zum Thema der Globalen Erwärmung und der Klimakrise werden eine Menge Fakten, Zahlen und Diagramme gezeigt. Erschütternde Fotos von zurückweichenden Gletschern und Filme von Hurrikans zeigen die jetzt schon spürbaren Auswirkungen. Auch wenn man vorher nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt gelaufen ist, sitzt man beinahe beklemmt in seinem Kinosessel. Auch wenn nur die Hälfte all der vorgebrachten Fakten zutreffen würden, sind wir wohl kaum noch zu retten. Wenn dann mögliche Szenarien für die nächsten zehn, zwanzig oder gar fünfzig Jahre gezeigt werden, wird jedem klar, dass es so nicht weitergehen kann.
Bemerkenswerterweise zeigt der Amerikaner Gore immer wieder, das er und sein Land die Hauptverursacher dieser globalen Krise sind. Allerdings in einer nicht ganz so suspekten Art wie sein Kollege Michael Moore. Irgendwie wirkt es bei ihm wissenschaftlicher, belegbarer. Klar ist auch Gore ein Selbstdarsteller wie er im Buche steht, aber der gute Mann ist schließlich amerikanischer Politiker.
Der Film hinterlässt ein unglaubliches Schuldgefühl in Einem, selbst wenn man kein grünes Parteibuch hat. Man geht nach Hause und denkt nach, was man selber von all den vorgeschlagenen Aktionen umsetzen kann. Man muss sich beinahe zwingen, nicht in blindem Aktionismus zu handeln. Auch wenn man dank einer persönlichen Stromsparfanatikerin kaum messbare Kilowatts verbraucht, sucht man verzweifelt weiteren Schritten in die richtige Richtung.
Eine der Vorschläge im Film war: Sag deinen Freunden, sie sollen sich den Film ansehen. Das sei hier mit geschehen. Wirklich, macht es. Diese neunzig Minuten sind nicht verschwendet.
Filed under Flimmerkasten, My 2 Cents | Comment (1)One Response to “Das Ende der Welt”
Hat mir auch sehr gefallen. Habe ich hier in Lexington gesehen in Englisch. In Amerika kommt der amerikanische Inhalt natürlich besser.